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Geben und Nehmen

Ich gebe, du nimmst. Ich gebe, er nimmt. Ich gebe, sie nimmt…

Ein Thema, mit dem ich meine Bühne schon fast das ganze Leben lang bespiele.  Nicht in dieser Dramaturgie, wie die Einleitung vermuten lässt, aber doch so, dass es mich immer wieder beschäftigt, dieses leidige Thema.

Und das obwohl ich mich regelmäßig damit beschäftige, wie ich Geben und Nehmen in Einklang bringen kann, wie ich es schaffen könnte, dass weniger oft ein herber Geschmack bleibt, wenn ich meine Ideen versprüht, mit meiner Leidenschaft motiviert und mit meiner Begeisterung angesteckt habe. Und dann nichts bleibt oder gar zurückkommt.

Dass es sich im Sinne von Altruismus – geben, ohne etwas zu erwarten – leichter leben lässt, ist mir klar. Auch die Hoffnung, dass alles Gute irgendwann zu mir zurückkommt, habe ich noch nicht aufgegeben und dass der Mensch in früher Vorgeschichte teilen musste, um überhaupt zu überleben, habe ich als Geschichtestudentin verinnerlicht. Wenn da bloß diese bizzlige Waagschalentante in mir nicht immer laut aufjaulen würde, wenn sich jemand eine meiner Ideen klaut oder sie ganz selbstverständlich zur eigenen macht, wär alles in Butter. Ist es aber nicht, denn diese Bizzlerin in mir quält mich manchmal ganz schön. Sie findet es einfach uncool, wenn ich beispielsweise vor mich hin tickle, weil wieder mal bei einer Projektpräsentation vergessen wurde, dass die Idee dazu von mir kam, dass das Design eines Seminars meinen kreativen Schriftzug trägt, dass ein Workshop von mir (und nicht von xy) konzipiert worden ist, dass bei der Dankesrede nach einer Veranstaltung mein Name fehlt oder ich einfach übersehen werde, wenn es um „Welche Expertin fragen wir…“ geht. Und die Bizzltant hat ja sogar ein bissl recht. Anstatt klar und freundlich zu sagen, was ich sagen möchte, was ich kann, was ich brauche, was Sache ist, tickle ich vor mich hin, werde dabei täglich missmutiger und uncooler, behalte meine Ideen lieber für mich, als sie sprudelnd zu verteilen (was auch unlustig ist) und bleib lieber auf der grauen Couch liegen, als mich bunt und fröhlich unters Volk zu mischen.

Damit ist jetzt Schluss

Die Waagschalentante hat mir ein Ultimatum gesetzt. Jetzt oder nie! Und ich hab das Ultimatum angenommen und über erste Lösungsansätze nachgedacht.

  • Geben und Nehmen muss nicht immer im Gleichklang sein, es muss aber so ausgeglichen sein, dass ich damit zufrieden bin und nichts und niemand in mir grummelt.
  • Wenn Geben und Nehmen weit auseinanderklaffen, werde ich künftig nicht mehr nur tickeln, sondern mich selber beim Schopf packen und Schritt für Schritt lernen (und praktizieren), meine Gedanken und meine Gefühle zu kommunizieren, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
  • Immer dann, wenn eines meiner Projekte oder eine meiner Ideen umgesetzt und präsentiert werden, stelle ich mich nicht mehr (nur vermeintlich bescheiden, in Wirklichkeit enttäuscht und hadernd) hinten an und warte (wie früher oft vergeblich) darauf, dass die anderen mich „auf die Bühne“ holen. Nein! Ich nehme den Platz, den ich mir verdient und erarbeitet habe, freundlich lächelnd ein und genieße es.
  • Ich teile gern, ich sprudle gern, ich liebe es, Ideen und kreative Ansätze auf den Weg zu bringen. Und das soll auch so bleiben ? Bizzlige Waagschalentante hin oder her.

#setting my stage. Wer sonst, wenn nicht ich selber, kann meine eigene (Lebens)Bühne so bespielen, dass es Spaß macht, sie zu betreten.

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